Digitales Radio holt UKW fast ein: Was der Jacobs Media Techsurvey 2026 zeigt
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Jedes Jahr funktioniert der Jacobs Media Techsurvey wie eine Art Jahresuntersuchung für die Radiobranche. Im Jahr 2026 lautet die Diagnose klar: Traditionelles AM/FM-Radio hat einen historischen Tiefstand erreicht, während der digitale Konsum von Internetradio sich unaufhaltsam auf Augenhöhe bewegt.
Laut Techsurvey 2026 entfallen erstmals in der Geschichte der Erhebung nur noch 54 % der gesamten Hörzeit auf traditionelle Radiosender — während digitale Plattformen wie Apps, Websites, Smart Speaker und Streaming bereits 44 % erreicht haben. Der Abstand hat sich von 15 Prozentpunkten im Vorjahr auf nur noch 10 verringert.
Noch aufschlussreicher ist der Langzeittrend: 2013 entfielen 85 % der Hörzeit auf traditionelles Radio und nur 14 % auf Digitalformate. In dreizehn Jahren schrumpfte der Abstand von 71 Prozentpunkten auf 10. Diese Geschwindigkeit zeigt, dass es sich nicht um eine allmähliche Entwicklung handelt, sondern um einen strukturellen Wendepunkt in der Art, wie Menschen Radio hören.
Verschiedene Musikformate vollziehen den Digitalwandel unterschiedlich schnell. Hot AC ist fast ausgeglichen: 51 % UKW gegen 47 % digital. Rock hält sich mit 55 zu 41 noch etwas stabiler — doch die Richtung ist dieselbe. Am stärksten im traditionellen Rundfunk verankert bleibt News/Talk mit 59 % gegen 37 %, was angesichts der Bedeutung lokaler Nachrichten und des Live-Charakters nicht überrascht.
Was bedeutet das für Hörerinnen und Hörer? Vor allem eines: Freiheit. Dieselben Sender, dieselbe Musik, dieselben Inhalte sind heute nicht mehr nur über eine Antenne, sondern auch über den Browser, das Smartphone oder einen Smart Speaker zugänglich. Genau dafür steht Radiofinder — eine Plattform mit über 50.000 Radiosendern weltweit, frei von geografischen und frequenztechnischen Grenzen. Die Weltkarte der Radiosender macht deutlich, wie global Radio inzwischen geworden ist.
Wichtig ist: Der Techsurvey 2026 erklärt Radio nicht für tot. Er dokumentiert seine Transformation. Der klassische Rundfunk verschwindet nicht — er existiert nur nicht mehr im Gegensatz zu digitalen Formaten, sondern innerhalb von ihnen. Sender, die gleichzeitig auf Sendung und online präsent sind, gewinnen auf beiden Feldern.
Dazu kommt ein bemerkenswerter Paralleltrend: Die Verkäufe von Schallplatten wachsen seit 18 Jahren in Folge. Das ist kein Widerspruch — es ist eine Bestätigung. Menschen verzichten nicht auf Klang; sie suchen ihn in verschiedenen Formaten. Streaming steht für Bequemlichkeit und Reichweite. Vinyl steht für Ritual und haptisches Erlebnis. Radio steht für die lebendige Stimme und das Gefühl von „jetzt und hier". All das existiert nebeneinander.
Wenn der Techsurvey 2026 eine Lehre bereithält, dann diese: Die Zukunft des Radios liegt nicht in der Wahl zwischen UKW-Antenne und WLAN-Router, sondern darin, dort zu sein, wo die Hörerinnen und Hörer sind. Entdecken Sie Radiosender aus aller Welt auf Radiofinder — und überzeugen Sie sich selbst. Und in unserem Blog erfahren Sie, welche Künstler und Genres die Musikkultur heute prägen.