Der globale Musikmarkt: Wo Musik am schnellsten wächst
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Rekord: über 30 Milliarden
Der Weltverband der Phonoindustrie IFPI hat den Global Music Report 2026 mit den Zahlen für 2025 veröffentlicht. Die weltweiten Umsätze mit aufgenommener Musik stiegen um 6,4 % auf 31,7 Mrd. US-Dollar. Es ist das elfte Wachstumsjahr in Folge und das erste Mal, dass der Markt die 30-Milliarden-Marke überschreitet.
Wichtigster Treiber ist Streaming mit fast 70 % aller Umsätze. Weltweit gibt es inzwischen 837 Millionen bezahlte Abonnements – 73 Millionen mehr als ein Jahr zuvor.
Foto: Wikimedia Commons, CC BY 2.0
Die schnellsten Regionen
Spannender als die US-Zahlen ist die Frage, wo Musik am schnellsten wächst:
- Lateinamerika: +17,1 %. Das 16. Wachstumsjahr in Folge. Brasilien stieg auf Platz 8 weltweit, Mexiko schaffte es in die Top 10.
- Naher Osten und Nordafrika: +15,2 %. Hier ist der Markt fast vollständig Streaming (97,5 %).
- Afrika südlich der Sahara: +15,2 %. Den größten Teil der Umsätze erzielt Südafrika.
- Asien: +10,9 %. China wuchs um 20,1 % und überholte Deutschland – jetzt Platz 4 weltweit.
Zum Vergleich: USA und Kanada wuchsen um 3,5 %, Europa um 5,6 %. Die globale Musik hängt immer weniger von einem einzelnen Markt ab.
Vinyl hält durch
Physische Tonträger wachsen wieder um 8 %. Vinyl legte um 13,7 % zu – das 19. Wachstumsjahr in Folge. Fast die Hälfte der weltweiten physischen Umsätze stammt aus Asien, vor allem aus Japan.
Foto: Wikimedia Commons, CC0
So klingen die Wachstumsmärkte
Am besten versteht man die Zahlen, wenn man lokales Radio einschaltet. Sender aus dem Radio-Finder-Katalog:
Brasilien und Lateinamerika
- Nova Brasil FM – brasilianische MPB aus Brasília.
- Sertaneja 106.7 – Sertanejo, das beliebteste Genre Brasiliens.
- Los 40 México – die größten Hits Mexikos.
- La Mega Medellín – Reggaeton und Latin-Pop aus Kolumbien.
Afrika
- Metro FM Lagos – live aus Lagos, der Heimat des Afrobeats.
- Kaya FM – ein beliebter Sender aus Johannesburg.
- Amapiano FM – Amapiano, das südafrikanische Genre, das weit über das Land hinaus zum Hit wurde.
Naher Osten und Asien
- Libyana Hits FM – arabischer Pop.
- Medi 1 Soufi – Sufi- und spirituelle Musik vom marokkanischen Medi 1.
- J1 Gold – japanische Pop-Klassiker aus dem zweitgrößten Musikmarkt der Welt.
Foto: Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Was das für Hörer bedeutet
Je stärker Brasilien, Nigeria oder China wachsen, desto häufiger landen ihre Künstler in den globalen Charts. Neue Hits kommen immer seltener nur aus Los Angeles und London. Radio aus verschiedenen Ländern ist der einfachste Weg, sie vor allen anderen zu hören.
Quellen: IFPI Global Music Report 2026, Music Business Worldwide.